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Facebook und Instagram – der Wandel vom Sozialen Netzwerk in ein Commercial Netzwerk

By eyertt — Juni 22, 2019

Als User beider Netzwerke habe ich diesen Wandel hautnah beobachten können. Es fing im Mutternetzwerk Facebook an und hat nun auch das aufgekaufte Instagram erreicht. Konnte Facebook früher noch sozialer agieren und viel Gewinn durch die Nutzung der Daten und Verkauf dieser an Drittanbieter verdienen, wurde diese Quelle inzwischen erheblich durch politische Eingriffe gestört, Datenschutzbestimmungen und so. Was bleibt also um die Einnahme Quellen zu erhalten? Der Deal mit den Usern. Und den bekommt man momentan verstärkt zu spüren.

Wer lediglich ein privates Profil auf Facebook oder Instagram hat, wird spüren das man kaum noch Kontakt zu seinen Kontakten hat. Das kann man ändern indem man seine bestehenden Kontakte aktiv besucht und schaut was es da Neues gibt. Aber sobald man zu seinem Profil eine eigene Seite hinzufügt ändert sich das total. Es dauert nur wenige Tage und Facebook bietet Statistiken an über das Verhalten der User die meine Seite besuchen und wie ich dies erweitern kann. Erst mal mit ganz wenig finanziellem Aufwand, der steigert sich dann aber sehr schnell. Facebook unterscheidet da nicht mal ob es sich hier um eine Seite handelt die selbst finanzielle Interessen hat oder nicht.  Die meist gesehene Werbeanzeige ab diesem Zeitpunkt kommt von Facebook mit dem Hinweis, heben sie ihre Seite hervor. Oder ihr Beitrag ist 95% besser als die davor, heben sie ihn hervor. Und sie können diesen Spam nur unterdrücken, wenn sie die Seite wieder schließen. Die Tochter Instagram nutzt das auf gleiche Weise. Aber zuerst werden sie dazu verführt ihren Insta Account in ein Geschäfts Account zu wandeln, denn nur dann kommt man in den Genuss der Statistiken und kann sehen wer alles liked und woher und so weiter. Wir Menschen sind neugierig also machen wir das, und verbinden auch gleich noch die Facebook Seite, sofern vorhanden, mit dem Instaprofil.

Dies alles diente zur Vorbereitung das Soziale Netzwerk in ein Commercial Netzwerk zu verwandeln. Dabei setzt Facebook/Instagram voll auf das Bedürfnis des Einzelnen belohnt zu werden. Likes und Kommentare, das sind die Belohnungen und die kosten ab sofort Geld. Wie schon gesagt, früher ging es Facebook darum, die Erkenntnisse aus den Verhaltensmustern der Nutzer gewinnbringend zu verkaufen. Nachdem dieser Weg jetzt zum Teil geschlossen wurde muss die Währung neu definiert werden. Und das sind jetzt die Likes. Likes kann man kaufen. Aber nicht, dass man da zu Drittanbietern geht, nein die soll man direkt bei Facebook / Instagram kaufen. Wenn man das macht erlebt man das Wunder der Reichweite. Plötzlich wird ein Post sehr beliebt und bekommt extrem viele Likes, aber nur solange man dafür bezahlt. Klar kann man das Geld auch bei Drittanbietern investieren. Man kann sich da sogar Likes ohne Cash verdienen, die gängige Währung ist 1 zu 3. Also ich like 3 Bilder und bekomme dafür 1 like zurück. Das hat Instagram natürlich mitbekommen und viele dieser Apps mittlerweile geschlossen. Um auch in Zukunft dieses ungebührliche Verhalten der User auszuschließen sind verschiedene Maßnahmen zu spüren. Zum Beispiel wird die eigene IP mit der man bei Insta eingeloggt ist, gespeichert und wenn man jetzt mit dieser IP zu viele Bilder liked kommt es zu einer kurzfristigen Sperrung. Im Wiederholungsfall zu einer längeren und das kann bis zu einer Dauersperrung führen. Eine rein erzieherische Maßnahme, denn es ist alles gut, wenn die Likes bei Instagram gekauft wurden.

Was ist mit Follower? Ja die kann man auch kaufen, und Insta toleriert das sogar, denn je mehr Follower ein User hat, umso schneller gerät er in die Abhängigkeit. Wie sieht das denn aus, wenn ich zuerst 1‘000 Follower und 100 Likes pro Post habe und dann auf einen Schlag  30‘000 Follower mit nur  800 Likes? Jetzt muss ich Likes nachkaufen, denn es ist ja offensichtlich das die 30k Follower nicht aktiv sind. Und dafür hat Instagram gesorgt. Algorithmus ist hier das Zauberwort, Regelung zum Schutz der Gemeinde – behauptet Instagram. Alles Blödsinn, es geht nicht um den Schutz der Gemeinde, es geht nur um die Interessen von Instagram. Nach einem erfolgreichen Post bekommen die vier folgenden Posts zusehends immer weniger Likes, und spätestens dann überlegt jeder was stimmt hier nicht und wie kann ich das ändern. Die Lösung ist einfach – „Reichweite kaufen“.
Willkommen im Commercial Netzwerk und leider einer ausgeklügelten Marketing Strategie die auf das Grund Bedürfnis des Einzelnen aufbaut… wenn sie mich gestern gemocht haben wieso heute nicht? Na gut, eventuell investiere ich doch mal. Bauernfängerei nennt man das eigentlich und damit das nicht so schnell durchschaubar ist gibt es viele Gerüchte die das verschleiern sollen. Es gibt kein Shadowban oder sonstiges bei Instagram, das brauchen die nicht, sie haben die User da wo sie sie haben wollen, in der Abhängigkeit. Jetzt ist nur noch melken angesagt und dafür sorgen das kein anderer mitmelken kann.

Falls die Datenschutz Bestimmungen irgendwann wieder gelockert werden sollten und dann das User Verhalten wieder zur Haupteinnahmequelle von Facebook und Instagram werden würde, dann würde sich das wieder ändern. Aber welches der beiden Übel dann besser sein mag,  mag ich hier nicht entscheiden.

Ein Post vom 13.6.2019 danach eine kleine Pause

Nach 5 Tagen Pause erhöhte sich die Reichweite auf 3477 Konten

der Tag darauf nur noch 1168 Konten

der nächste Tag 1522 Konten

und der letzte Tag im Tief von 803 Konten

Es wurde von mir nichts dazu gebucht oder im Verhalten geändert. Die Qualität der Bilder ist gleich hoch. Die Reichweite wird allein von Instagram manipuliert! 

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eyertt

Mein Name ist Ralf Eyertt und ich bin der Initiator dieses Magazins. Mein Fotografen Profil befindet sich unter http://ralf.eyertt.de

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