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Das Model Biz

By eyertt — Januar 09, 2014

Ein kleiner Wegweiser für Menschen die sich mit dem Gedanken tragen als Model zu arbeiten.
Aber auch für Models die bereits aktiv sind.

Das Thema Modeling ist heute attraktiver denn je. Immer mehr fühlen sich berufen.
Glamour, Lifestyle, Anerkennung, Ruhm und manchmal auch das große Geld. All diese Versprechen locken. In erster Linie aber ist es das Gefühl der Selbstbestätigung das die Menschen anlockt.

Früher gab es Agenturen die Models per Scout (Model Entdecker) und Casting Aufrufe suchten. Aufgrund der hohen Popularität in der heutigen Zeit sind daraus regelrechte Casting Shows geworden. Das Ziel ist zwar immer noch das Gleiche, ein passendes Model für die Vermittlung an Kunden zu finden, aber die Vorgehensweise hat sich drastisch geändert. Dadurch entstand eine neue Einnahme Quelle. Die Produktion solcher Shows, sei es im Fernsehen oder im Supermarkt schafft neue Werbe Möglichkeiten.  Ein gefundenes Model ist hier eher Nebensache. Die Hauptsache ist die Aufmerksamkeit die einer Casting Show zuteil wird.

Was sollte jeder wissen der als Model arbeiten möchte?

Modeln betrifft die eigene Person. Man macht sich selbst zur Ware. Dadurch ist das Modeln eine selbständige Tätigkeit.

Das ist die wichtigste Information die es zu verstehen gilt. Denn die Selbstständigkeit ist nichts was man in jungen Jahren mal so eben und nebenbei mitbringt.

Das macht junge Menschen schnell zu Opfern. Versprechen ihnen diese Selbstständigkeit abzunehmen, sie zu führen und ihnen zu helfen, sind nie kostenlos. Niemand arbeitet umsonst. Jede Dienstleistung, die man als Selbstständiger annimmt, kostet Geld. Das ist die Grundlage wieso auch ein Model die eigene Dienstleistung in Rechnung stellt.

Der Schritt in die Selbstständigkeit will also wohl überlegt sein. Er kostet Geld. Investitionen in die eigene Person und Investitionen in Dienstleistungen die als Selbstständiger benötigt werden.

Eine Faustregel aus dem Marketing sagt: ein Businessplan sieht eine 30% Investition in die eigene Vermarktung vor.  Wenn ich 100€ verdienen will muss ich erst mal 30€ an Werbung investieren.

Welche Dienstleistungen nun ein Model benötigt wird in den folgenden Abschnitten erörtert.

 

Die unterstützenden Dienstleiter im Model Biz

An erster Stelle stehen hier die Model Agenturen. Model Agenturen sind die Vermittlungsstelle für Jobs. Sie stehen also zwischen der Kundenanfrage und dem zu vermittelnden Model. Ihre Aufgabe ist es dem anfragenden Kunden mit einer Ware zu versorgen die seiner Anfrage entspricht. Für diese Tätigkeit werden sie bezahlt. Der Agentur steht eine Summe X als Provision aus dem Kundenauftrag zu. Aus verwaltungstechnischen Gründen stellt die Agentur dem Kunden die Rechnung über die vereinbarte Gesamtsumme und das Model stellt die Rechnung an die Agentur über ihre vereinbarte Dienstleistung. Die Differenz verbleibt der Agentur als Bruttogewinn. Dieser Schritt hat sich deshalb eingebürgert, da Kunden oft mehrere Models gleichzeitig buchen und nicht an jedes Model eine Einzelrechnung stellen wollen. Allerdings wäre das der richtige Weg. Die Agentur würde dann ihrerseits eine Rechnung an das Model stellen in Höhe der vereinbarten Provision.
Der Vermittler ist nur per Provision eingebunden nicht als Rechnungsadresse. Auch wenn es anders gehandhabt wird. Agenturen sind lediglich Job Vermittler, keine Arbeitgeber, das ist Bestandteil eines jeden Agenturvertrages. Sie müssten sonst die Sozialabgaben für die Models entrichten.

Das führt uns zu einer weiteren Form der Agentur

Die Model Management Agentur

Der Begriff Management drückt hier schon aus, das es sich um eine Erweiterung der eigentlichen Vermittlungstätigkeit handelt.
Die normale Vermittlungsagentur erstellt ein sogenanntes Portfolio (Sedcard) für ein Model und bietet dieses über einen Katalog den anfragenden Kunden an.

Die Management Agentur arbeitet einen Karriereplan für ein Model aus und verfolgt dann die Interessen des Models in deren Namen. Eine Management Agentur kann im Namen des Models agieren. Promo Jobs die der Förderung der Modelkarriere dienen annehmen, und Maßnahmen ergreifen die dem Karriereziel des Model dienen.
Diese erweiterte Dienstleistung ist natürlich sehr viel teurer und setzt entsprechende Vertragsverhandlungen voraus. Verträge in denen z.B. die Vermarktungsrechte geregelt werden. Management Agenturen sind in der Regel an allen Einkommen des Models beteiligt. Egal ob sie aus Werbe, Sponsoring oder einfachen Engagement Verträgen entspringen.

Hier stehen plötzlich Begriffe wie „Exklusive oder Non Exklusive“ im Raum. Begriffe die die Form der Zusammenarbeit regeln.

Informiert euch dringend, welche Art eines Vertrages ihr unterschreiben sollt und ob dieser Vertrag auch wirklich dem entspricht, was ihr euch vorstellt. Achtung, auch wenn kein Vertrag unterschrieben wurde, wenn zwei Parteien nach einer Absprache handeln, dann gilt das Gesetz der mündlichen Vereinbarung und fällt somit in die vom Gesetzgeber vorgegebenen Bestimmungen. Behandelt euch die Agentur wie eine Management Agentur, dann erwirkt sie dadurch Gültigkeit auch wenn ihr das eigentlich nicht wolltet.
Der Management Agentur stehen Provisionen aus all euren Einnahmen zu, die mit eurer Tätigkeit als Model zu tun haben, auch wenn ihr den Job über eine private Verbindung erhalten habt. Es ist sogar egal ob der Job bezahlt wurde oder nicht!!

Was ist zu tun?

Jeder der sich entschließt als Model zu arbeiten sollte sich vorher informieren ob er grundsätzlich für das Modeln geeignet ist. Fragen kostet in der Regel nichts. Man kann an einen der vielen Castings teilnehmen und einmal testen, ob man tauglich ist, oder man bewirbt sich bei einer Agentur.

Fällt man in einem Massencasting positiv auf, dann kann man sicher davon ausgehen das hier Potential vorhanden ist. Bei Agenturen ist es schwieriger, sie sind aufgrund der Vielzahl von Bewerbungen oft überlastet. Wird man aber zu einem persönlichen Gespräch eingeladen ist auch das oft ein positives Zeichen. Verträge werden nie am ersten Tag geschlossen, jede Agentur die das anstrebt ist zweifelhaft. Bei Vertragsbesprechungen solltet ihr immer eine Person dabei haben die rechtskundig ist und Formulierungen auch ausdeuten kann.

Aber egal zu was ihr euch dann entscheidet, wenn ihr eine Agentur gefunden habt die eure Interessen vertreten wird – ob als reine Job Vermittlung oder als Management – es ist nicht das Ende eurer Selbstständigkeit.
Ganz im Gegenteil, jetzt beginnt sie erst!!

Als erstes fragt euch was genau ihr machen wollt.

Der Bereich Modeling ist groß. Es gibt den Laufsteg. Für Models ab 176 cm und Männern ab 185 cm. Alles was drunter ist fällt hier raus. Aber Größe allein macht es nicht. Ihr müsst euch bewegen können. Im Takt, das ist wichtig.. gleichmäßig und rhythmisch. Das muss trainiert werden. Nicht vorm Fernseher, durchs Anschauen lernt ihr das nicht. Nehmt Laufunterricht, lernt die aktuellen aber auch die klassischen Walks. Ohne Ausbildung fallt ihr bei jedem Casting durch. Kunden die ohne Casting ein Laufsteg Model buchen gibt es nur noch in der Club Eventszene. Nicht im Profi Bereich. Jeder Designer hat eigene Vorstellungen und schaut ganz genau ob ein Model ins Profil passt oder nicht.  Die Fashion Welt ist viel flexibler geworden. Heute wird das andere Gesicht, der neue Walk, die neue Präsentationsform gesucht. Plötzlich muss man auf ganz ungewöhnlichen Untergründen laufen. Wer da nicht in den Basics sicher ist, hat keine Chance.

Models die kleiner sind können sich im Bereich Fashion, Beauty und Lifestyle bewerben. Hier geht es um Foto und Videografie. Die Größe ist etwas untergeordnet, hier zählt der Ausdruck. Tanzen, Posen Mimik. Alles erlernbare Dinge, die ein MUSS sind. Ohne sie gibt es keinen Erfolg. Fotografen bilden ein Model nicht aus, sie erwarten von einem Model dass es weiß wie diese Dinge umgesetzt werden. Das eine Shootingsbespechung im Vorfeld erforderlich ist, sollte klar sein. Entweder ist ein Creative Art Direktor zuständig oder der Fotograf, aber alles wird im Vorfeld besprochen und gibt dem Model auch Zeit sich darauf vorzubereiten.  Zeit die für ein Shooting mit eingerechnet werden muss. Viele vergessen, dass der eigentliche Shootings Termin das Finale ist, dem eine lange Vorbereitung vorausgeht. Fashion Editorials haben oft 6 Wochen Vorlauf bis es zum Shooten kommt.

Models die kleiner sind als 165 cm kommen noch für den Bereich Werbung in Frage. Hier werden spezielle Typen gefragt. Charaktere mit besonderen Merkmalen. Das kann auch ein ausgesprochen schönes Gesicht sein. Haare oder andere Merkmale. Eigentlich gibt es keinen Bereich der nicht besetzt werden kann, wenn man seine Stärken kennt. Die ganze Filmwelt ist nicht besonders groß, das hat den Vorteil viel Formatfüllender zu sein. Liegt am speziellen Filmformat das ja nicht Hochkant gezeigt wird, also wer klein ist sollte viel Schauspielunterricht nehmen.

Hier noch mal der Hinweis zur Selbstständigkeit.

Ein Selbstständiger muss seine Ausbildung selbst finanzieren. Es gibt für alles Schulen. Vergleicht die Angebote, lasst euch zeigen ob erfolgreich gearbeitet wird. Lasst nicht den Preis allein entscheiden, sondern recherchiert wie anerkannt die Schule ist. Diese Referenzen helfen euch später bei den Castings.
Die Ausbildung ist teuer.. fragt euch ob ihr das wirklich alles wollt! Wenn ja, dann wünschen wir euch hiermit VIEL ERFOLG!

Beispiele:

Anja Leuenberger (179 cm) startete mit 17 Jahren und hat sich inzwischen als Model im Bereich Fashion und Commercial etabliert

Anja Leuenberger

Anja Leuenberger

Nora Demiri (169 cm) startete mit 16. Aufgrund ihrer zu kleinen Größe ist sie im Bereich Fashion nicht so gefragt. Aber ihr ebenmäßiges und aussagefähiges Gesicht macht sie im Bereich Beauty zu einem gefragten Model.

Nora Demiri

Nora Demiri

Bess Berisha

Bess Berisha (195 cm) startete seine Model Karriere 2013 und konnte sich in kürzester Zeit erfolgreich durchsetzen

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Mein Name ist Ralf Eyertt und ich bin der Initiator dieses Magazins. Mein Fotografen Profil befindet sich unter http://ralf.eyertt.de

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