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Damenmode des 20. Jahrhundert – 1990er-Jahre – Minimalismus

By Laura Kipfer — Dezember 15, 2014
Damenmode 1990 präsentiert vom Model und Autorin Laura Kipfer

Damenmode 1990 präsentiert vom Model und Autorin Laura Kipfer

Nach den vergangen Jahren haben die Menschen nun genug von Modeexperimenten. Der Schnitt und die Form der Kleidung werden auf das Wesentliche reduziert.

Nach den wilden und experimentierfreudigen Jahren folgt eine modische und gesellschaftliche Beruhigung.
An der Herbst/Winter-Modeschau von Versace im Jahre 1991 beginnt die Ära der Supermodels. Sie erhalten mehr Aufmerksamkeit als die teuren Kleider, die sie an ihren schlanken und athletischen Körpern tragen. Linda Evangelista und ihre Kolleginnen unterzeichnen einen Millionenvertrag nach dem anderen und werden zu Vorbildern für viele junge Frauen. Kein Wunder, erklärt sie einer Modezeitschrift, sie würde unter 10’000 Dollar Tagesgage gar nicht erst aufstehen.
Nachdem Modeschöpfer aus Japan schon ein Jahrzehnt zuvor Schwarz von Kopf bis Fuss gesellschaftsfähig gemacht haben, folgt ihnen nun auch die Mehrheit der westlichen Designer und auch sie setzen auf reduzierte Linien und schlichte, vorzugsweise dunkle Farben. Sie spüren einen Drang, die Mode auf das Wesentliche zu reduzieren. Die Kleiderschränke sind mit Basics überfüllt, die günstig gekauft werden können und welche gleichzeitig auch die Laufstege der Designer erobern. Für die Frau sind es etwa ein klassischer Blazer, ein unauffällig geschnittenes Shirt sowie eine enge Jeans, vorzugsweise alles in Schwarz, die als Basics gelten. Lediglich die beliebte Baumwollbluse muss weiss sein.
Durch die ständige Verbindung zur Aussenwelt via Internet und Handy, ziehen sich viele etwas aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Bezüglich der sozialen Kontakte gilt dasselbe Motto wie bei der Mode: weniger ist mehr.
Der Grunge wird kurzfristig zum Trend. Er kombiniert Holzfällerhemden mit schwarzen Armeestiefeln. Teilweise wird als Stilbruch ein romantisches, mädchenhaftes Kleidchen dazu kombiniert. Viele der Kleidungsstücke stammen aus Secondhandgeschäften. Einzelne Teile, etwa das Hemd, leiht sich die Frau auch von ihrem Mann. Modeschöpfer greifen den Stil ebenfalls auf.

Als wichtige Neuerungen gelten Materialien wie Goretex oder der Klettverschluss, welche teilweise, im Hinblick auf besondere Einsätze, vom US-amerikanischen Verteidigungsministerium oder von der Weltraumbehörde NASA entwickelt werden.
Das Makeup wird allgemein sehr natürlich und unauffällig gehalten. Brauner Lidschatten betont die Augen. Nicht selten entsteht dadurch ein etwas müder Ausdruck. Auch für die Lippen werden oft erdige Farbtöne ausgesucht. Die Haare trägt man offen, häufig gerade und manchmal mit kurzen Stirnfransen. So wie mit der Kleidung und der Schminke, bedient sich die Frau auch bei den Accessoires sehr zurückhaltend.

GLOSSAR

Linda Evangelista (*1965)
Das kanadische Model schaffte in New York ihren Durchbruch, nachdem sie beim Miss Teen Niagara Contest 1978 von einem Modelscout entdeckt worden war. Ihre Wandelbarkeit verlieh ihr den Spitznamen Chamäleon.

Basic
Das englische Wort bedeutet übersetzt so viel wie “fundamental“ oder “elementar“ und steht für die grundlegenden Kleidungsstücke, welche beliebig kombiniert werden können und in jeden Kleiderschrank gehören.

Grunge
Dieser Begriff bezeichnet ursprünglich einen Musikstil einer amerikanischen Untergrundbewegung. Die Musik wird oft als Mischung zwischen Punkrock und Heavy Metal bezeichnet. Heute wird Grunge auch als Modestil verwendet.

Goretex
Dieser Handelsname steht für wasserundurchlässige Funktionstextilien, durch die Dampf diffundieren kann. Das Basismaterial ist Polytetrafluorethylen (Teflon).

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Damenmode 1990 präsentiert vom Model und Autorin Laura Kipfer

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