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Damenmode des 20. Jahrhundert – Die 1900er-Jahre – Belle Epoque

By Laura Kipfer — Oktober 23, 2014

1900er-Jahre – Belle Epoque

Model und Autorin Laura Kipfer

Damenmode der Belle Epoque Model und Autorin Laura Kipfer

Während einer ungewöhnlich langen, kriegsfreien Zeit entwickelt sich eine von Konsum und Luxus dominierte Unbeschwertheit. Frauen tragen lange, schwere Stoffe und ein vornehmes Auftreten sorgt für hohes Ansehen in der Gesellschaft.

Belle Epoque ist französisch und bedeutet so viel wie “schöne Epoche“. Tatsächlich ist die Wende zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert eine sehr schöne und unbeschwerte Zeit. Ungewöhnlich lange gibt es keine Kriege, was der Wirtschaft und der Kultur ermöglicht, sich weiterzuentwickeln. Konsum und Luxus dominieren. An der Weltausstellung im Jahre 1900 in Paris hinterlässt die französische Haute Couture einen bleibenden Eindruck und sichert sich den Platz ganz vorne auf der Liste der wichtigsten und einflussreichsten Modestädte der Welt. Die wohlhabende Dame wechselt mehrmals täglich ihre Kleidung. Tages-, Besuchs- und Nachmittagsgarderobe werden unterschieden und dem spezifischen Anlass angepasst. Alle Kleider sind lang und reichen bis zum Boden. Bein zu zeigen, gilt als unsittlich. Die edlen Stoffe wie Seidensatin, Chiffon, Damast oder Tüll werden oft in hellen, zarten Farben getragen, verziert mit Spitze und Strass. Sie verkörpern die Romantik, aber auch die Eitelkeit dieser Zeit. Aufgrund der komplizierten Kleider aus vielen verschiedenen Stofflagen, ist es den Frauen oft nicht möglich, sich selber an- oder auszuziehen. Wenn man etwas genauer hinsieht, ist es kaum verwunderlich, dass sich die Damen nur sehr langsam bewegen und sich so unglaublich anständig benehmen, denn die Materialien, welche sie tragen, sind schwer und nehmen sehr leicht Schaden. Trotz dieser Eingeschränktheit gewinnt die Frau eine neue Freiheit. Der Modemacher Paul Poiret befreit sie vom einengenden Korsett, welches ihr zuvor die Taille eingeschnürt und das Atmen erschwert hat. Sein eigens designtes Kleid, ein Reformkleid, kann jedoch nur von schlanken Frauen getragen werden. Dies ist auch der Grund, warum die Korsetts noch nicht ganz verdrängt werden.

Die langen, gewellten Haare werden stets über ein Haarkissen hochgesteckt, wenn sich die Frau in Gesellschaft begibt. Gekrönt wird das Ganze oft durch einen, mit Federn oder Stoffblumen verzierten, Hut. Als Tasche dient häufig nur ein kleiner Beutel, der locker ums Handgelenk getragen werden kann und in dem die wichtigsten Utensilien verstaut werden können. Bei Veranstaltungen, die draussen stattfinden, darf ein kleiner, oft mit Spitze verzierter Sonnenschirm nicht fehlen. Das Augenmakeup ist sehr dezent. Als Farbtupfer dienen lediglich ein roter Lippenstift und ein gleichfarbenes Wangenrouge.

GLOSSAR

Weltausstellung Dieser Grossanlass ist eine internationale Leistungsschau. Sie hat sich in der Zeit der Industrialisierung etabliert, um technische und kunsthandwerkliche Entwicklungen zu präsentieren. Sie findet heute noch alle paar Jahre statt.

Haute Couture Dieser Begriff ist französisch und bedeutet übersetzt so viel wie “gehobene Schneiderei“. Er steht für massgeschneiderte, von Hand gefertigte Luxusmode im höchsten Preissegment. In Frankreich ist diese Bezeichnung geschützt und darf nicht beliebig verwendet werden.

Paul Poiret (1879-1944) Der französische Modeschöpfer interessierte sich schon früh für das Designen von Kleidern. Nachdem er für verschiedene andere Modemacher gearbeitet hatte, gründete er 1904 seinen eigenen Salon. Er kam als erster auf die Idee, seine Kreationen in einem Album zu veröffentlichen.

Reformkleid Mit diesem Ausdruck werden Varianten der üblichen Kleidung bezeichnet, die aus Gründen der Gesundheit oder Emanzipation eingeführt werden.

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Model und Autorin Laura Kipfer

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